Unsere Richtlinien 

🐋 Verantwortungsvolle Walbeobachtung – Unser Versprechen im Vilt Hjerte Camp

Walbeobachtung ist kein Produkt.
 Keine Show. Keine Konkurrenz um die nächste oder nächste Nähe.
Es ist ein Privileg.
Wir betreten den natürlichen Lebensraum wilder Meeressäuger. Sie sind keine Attraktionen, sondern intelligente Lebewesen, die uns in ihr Zuhause einlassen. Das verändert alles.

Unsere Grundlage: klare Verantwortung

Unser Ansatz folgt den Prinzipien der World Cetacean Alliance (WCA):
Wildtiere zuerst – Tourismus danach 
Keine Störung von Fress-, Ruhe- oder Sozialverhalten 
Minimierung von Nähe und Aufenthaltszeit 
Vermeidung von kumulativem Stress 
Bildung statt Sensation 
Schutz für zukünftige Generationen 
Verantwortungsvolle Walbeobachtung ist für uns kein Marketingbegriff – sie ist nicht verhandelbar.

Kein Massentourismus. Kein Verfolgen. Kein Druck.

Wir arbeiten mit nur einem Boot – maximal sechs Gästen.
 Keine Flotte. Kein Drängen um Positionen. Kein Umkreisen der Tiere.
Auch wenn wir allein sind, bleiben wir maximal 30 Minuten in einem Gebiet.
 Wenn ein viertes Boot dazukommt, verlassen wir den Ort innerhalb von 10 Minuten.
Warum?
 Weil Störung nicht nur durch Nähe entsteht, sondern auch durch Zeit.
 Lärm, Präsenz und Druck summieren sich.
Wir reduzieren ihn bewusst.

Die Wale bestimmen die Distanz

Wir jagen keine Wale.
 Wir schneiden keine Wege ab.
 Wir grenzen sie nicht ein.
Wenn ein Wal näher kommt, ist das immer seine Entscheidung.
 Nähe wird nicht erzeugt – sie wird uns gegeben.

Ausrüstung ist Ethik

Viele Anbieter nutzen Neoprenanzüge mit Gewicht und Flossen.
 Wir nicht.
Gewichtete Anzüge ermöglichen aktives Tauchen und schnelles Annähern.
 Flossen erhöhen Geschwindigkeit und Kontrolle.
Das kann dazu führen, dass Distanzgrenzen nicht respektiert werden.
Darum verzichten wir bewusst darauf.
Unsere Gäste tragen Trockenanzüge mit natürlichem Auftrieb – ohne Gewicht, ohne Flossen.
 Das hält dich an der Oberfläche, verlangsamt Bewegungen und schafft Abstand.
 Wenn sich ein Wal nähert, geschieht das aus seiner eigenen Entscheidung.

Bait Balls – Jagen ist Überleben

Ein Bait Ball ist kein Spektakel – sondern Nahrung.
Heringe bilden dichte Schwärme, Orcas jagen präzise, Buckelwale greifen mit geöffnetem Maul an. Das ist Überleben.
Diese Nahrung ist entscheidend für Migration, Nachwuchs und Energie für den Winter.
Stell dir vor, du isst endlich nach Tagen wieder eine Mahlzeit – und jemand stört dich dabei ständig. Genau das passiert, wenn Menschen in Jagdsituationen eingreifen.
Die Fische zerstreuen sich, die Jagd bricht zusammen, Energie geht verloren.
Darum gilt bei uns:
 Keine Einfahrt in aktive Fresssituationen. Kein Schnorcheln in Bait Balls. Beobachtung aus respektvoller Distanz.

Social Media vs. Verantwortung

Extreme Nahaufnahmen wirken beeindruckend, doch Nähe ist nicht unser Ziel.
 Nicht das virale Bild zählt, sondern das respektvolle Erlebnis.
Wir suchen Begegnungen, die den Fokus auf die Tiere legen – nicht auf uns.

Für die, die nach uns kommen

Wahrer Respekt zeigt sich in Zurückhaltung.
Verantwortung bedeutet:
Nicht alles zu tun, was möglich ist – sondern nur, was vertretbar ist.
 Wir sind Gäste in dieser Welt.
So bleiben Lebensräume erhalten, Tiere ungestört und Begegnungen auch für zukünftige Generationen möglich.

Unser Leitprinzip

Dies ist das Zuhause der Wale.
 Wir betreten es leise. Wir bleiben bewusst.
 Wir verlassen es rechtzeitig.
Nicht alles, was möglich ist, ist richtig.
 Respekt ist unsere Grenze.


Und genau dort beginnt echte verantwortungsvolle Walbeobachtung.

 🐋 Richtlinien für Walbeobachtung in Tromsø

https://www.visittromso.no/whale-watching-guidelines

🐋 Richtlinien für Walbeobachtung in Tromsø (Übersetzung)

Der jüngste schnelle Anstieg der Bootszahlen sowie der Aktivitäten im Wasser – und ein möglicher weiterer Anstieg in der kommenden Saison – hat zu vielen Anfragen nach Richtlinien von Gemeinden und Betreibern geführt. Diese Richtlinien sollen Betreibern und Bootsführern eine sofortige Unterstützung bieten und gleichzeitig eine effektive Planung geeigneter Aktivitäten für die nächste Walsaison ermöglichen.

Einige der in den Fjorden beobachtbaren Phänomene sind weltweit einzigartig und von wissenschaftlicher Bedeutung. Das gemeinsame Auftreten von Buckelwalen, Finnwalen und Orcas in Fresssituationen unterscheidet sich von Verhaltensweisen, die in anderen Regionen in früheren Jahren beobachtet wurden.

Derzeit gibt es an manchen Tagen nur wenige oder keine beobachtbaren Situationen, oft auf kleine Wasserbereiche begrenzt und nur dann zugänglich, wenn die Bedingungen sicher und angenehm sind.

Da aktuell keine direkten staatlichen Vorschriften bestehen, werden sowohl kommerzielle Betreiber als auch private Walbeobachter dazu angehalten, die folgenden verantwortungsvollen Richtlinien einzuhalten, die in Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden, kommerziellen Betreibern und Medien entwickelt wurden.

Diese Richtlinien sollen kommerzielle Aktivitäten nicht verhindern, sondern als „Best Practice“ für die langfristige Nachhaltigkeit einer Branche dienen, die auf die Minimierung menschlicher Störungen eines natürlichen Systems angewiesen ist.

Alle Walarten werden in diesen Richtlinien als „Wale“ bezeichnet, auch wenn einige Arten im Englischen als Delfine oder Schweinswale bezeichnet werden.


🐋 Richtlinien für die Walbeobachtung von Booten

Es wird auf die Relevanz bestehender Richtlinien hingewiesen, insbesondere für arktische Gewässer, wie sie von AECO und dem Norwegischen Polarinstitut entwickelt wurden. Inhalte aus diesen sowie Empfehlungen von Ocean Sounds e.V. wurden bewusst einbezogen.

Sowohl kommerzielle als auch private Beobachter müssen ein grundlegendes Verständnis des Verhaltens von Walen und dieser Richtlinien haben. Das Verständnis des Verhaltens in den Fjorden hilft dabei, Regeln einzuhalten und Gäste zu informieren.


🎓 Bildung & Verantwortung

Kommerzielle Anbieter werden ermutigt, Bildungsprogramme in ihre Touren zu integrieren, die die Verletzlichkeit des marinen Ökosystems hervorheben und respektvolles Verhalten fördern.

Forschungsaktivitäten sollen unterstützt werden. Betreiber werden ermutigt, Gäste dazu anzuregen, Fotos und Beobachtungen mit Forschern zu teilen.


🚤 Koordinierte Bootsaktivität

  •  Boote sollen möglichst ausgelastet eingesetzt werden, um die Gesamtanzahl zu reduzieren. 
  •  Maximal 3 Boote sollten gleichzeitig eine Situation beobachten. 
  •  Wenn mehr Boote vorhanden sind, sollten sie sich abwechseln (max. 30 Minuten pro Situation). 
  •  Wartende Boote sollten sich wenn möglich mehr als 500 m entfernt aufhalten. 
  •  Touren sollten auf maximal 3 Stunden begrenzt werden (aufgrund kurzer Tageslichtzeit und Kälte). 
  •  Jedes Boot sollte sowohl Skipper als auch Ausguck haben. 
  •  Fischer in den Fjorden müssen respektiert werden. 


Verhalten gegenüber Walen

  •  Annäherung langsam unter 5 Knoten ab 300 m Entfernung 
  •  Konstante Geschwindigkeit, seitlich oder leicht von hinten 
  •  Parallel zur Bewegungsrichtung fahren, nicht von hinten jagen oder kreuzen 
  •  Ab 100 m Mindestgeschwindigkeit reduzieren, ab 50 m Leerlauf 
  •  Ruhe bewahren und Motor ggf. neutral schalten 
  •  Keine plötzlichen Richtungs- oder Geschwindigkeitsänderungen 
  •  Ruhende Wale meiden (regelmäßiges Auftauchen, langsame Bewegung, längere Tauchgänge) 
  •  Kein Einsatz von Sonar/Echolot in Fresssituationen nahe der Tiere 
  •  Wale dürfen nicht umkreist oder in ihrer Bewegung eingeschränkt werden 
  •  Kein Anlocken, Berühren oder Manipulieren (z. B. Füttern, Geräusche, Licht) 
  •  Bei Stressanzeichen sofort Abstand vergrößern oder Bereich verlassen 
  •  In-Water-Aktivitäten mit Walen werden nicht empfohlen 


👥 Beitragende

Diese Richtlinien wurden in Zusammenarbeit entwickelt mit Forschern und Experten aus den Bereichen Meeresbiologie, Verhaltensforschung und nachhaltigem Tourismus, u. a. von der European Cetacean Society und der UiT – Arctic University of Norway.

Guidelines for whale watching in Tromsø

https://www.visittromso.no/whale-watching-guidelines

🐋 In-Water-Aktivitäten mit Walen (Übersetzung)

In-Water-Aktivitäten mit Walen werden nicht empfohlen. Bitte beachten Sie unsere zusätzlichen Informationen zum Tauchen/Schnorcheln mit Walen in der Region Tromsø.


⚠️ Risiken bei Fresssituationen

Das Betreten des Wassers in Anwesenheit von Walen, insbesondere während sie fressen, ist eine riskante Aktivität, da die Tiere sich auf die Nahrungssuche konzentrieren und Menschen möglicherweise nicht wahrnehmen.

Wenn mehrere Wale gleichzeitig an einem Fischschwarm fressen, kann es zusätzlich zu Gefahren durch Konkurrenz zwischen den Tieren kommen. Dieses Risiko steigt bei gemischten Walarten.

Die Herausforderung besteht darin, dass fundiertes Wissen und Erfahrung notwendig sind, um das Verhalten der Wale korrekt einzuschätzen.

Zum Beispiel springen Buckelwale bei der Bubble-Net-Jagd vertikal in Gruppen, ebenso wie Orcas bei der Karusselljagd. Personen im Wasser könnten dabei mit schnell bewegenden Walen kollidieren.

Das Betreten des Wassers kann zudem das natürliche Fressverhalten stören, wodurch die Effizienz der Nahrungssuche sinkt und die Tiere energetisch beeinträchtigt werden.

Außerdem kann dies von umweltbewussten Gästen als respektlos wahrgenommen werden und negative Auswirkungen auf den Ruf des Anbieters haben.


❄️ Arktische Umweltbedingungen

Das Betreten des Wassers in dieser Region ist im Winter generell gefährlich aufgrund von:

  •  sehr kaltem Wasser 
  •  eingeschränkter Sicht 
  •  schnell wechselnden Wetterbedingungen 

Selbst Tauchschulen würden solche Aktivitäten nur unter strengen Sicherheitsvoraussetzungen durchführen – mit zertifizierten Teilnehmern, Training und enger Aufsicht.

Oft sind kurze In-Water-Aktivitäten aufgrund der Bedingungen wenig erfolgreich.


🚤 Risiken durch andere Schiffe

Schiffe, Boote und Fischereigeräte stellen zusätzliche Gefahren dar – unabhängig von der Anwesenheit von Walen.

Es wurde beobachtet, dass teilweise keine ausreichende Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen erfolgt, auch nicht in Bereichen mit Taucher- oder Sicherheitsflaggen.

Auch Boote für „Swimming-with-whales“-Aktivitäten wurden dabei beobachtet, wie sie sich zu nah an Wale annähern und Menschen ins Wasser lassen, ohne ausreichenden Abstand zu anderen Schiffen. Dies stellt eine Sicherheits- und Regelverletzung dar.


🛡️ Sicherheit & Versicherung

Beim Betreten des Wassers ist die Anwesenheit eines Rettungstauchers erforderlich, der Erste Hilfe leisten und eine schnelle Evakuierung organisieren kann.

Es können spezielle Versicherungsanforderungen gelten. Die Verantwortung dafür liegt beim Betreiber.

Schwere Unfälle könnten erhebliche Folgen haben – auch für das Image des Betriebs, des Reiseziels und der gesamten Branche.


⚓ Auswirkungen auf Whale-Watching-Aktivitäten

In-Water-Aktivitäten erfordern:

  •  nur wenige Personen gleichzeitig im Wasser 
  •  maximal 1 Boot pro Situation (statt 3 bei Beobachtung vom Boot) 

Dies reduziert die Kapazität und beeinflusst die Gesamtdynamik der Beobachtung.

Boote, die versuchen, Wale für In-Water-Erlebnisse zu positionieren, können deren Verhalten stören und andere Beobachter beeinträchtigen.


👥 Quellen

Diese Richtlinien wurden entwickelt von Experten aus Meeresbiologie, Verhaltensforschung und nachhaltigem Tourismus, u. a. der European Cetacean Society und der UiT – Arctic University of Norway.